Geschichte - Bad Wiessee am Tegernsee

Ein Mönch entdeckte im Jahr 1441 einen goldgelben Streifen auf dem Tegernsee – Petroleum. Das „St.-Quirinus-Öl“, wie er es nannte, zog bald Scharen von Pilgern an die Fundstelle nach Wiessee. Bei ausgiebigen Bohrungen nach dem begehrten Öl stieß man schließlich aus Versehen auf eine Jod-Schwefelquelle. Die Ölsuche wurde eingestellt und man begann stattdessen mit dem Bau eines Badehauses. Ein Gutachten erwies die hervorragenden Eigenschaften: Deutschlands stärkste Jodschwefelquelle! Das war 1912. Seitdem war der Aufstieg Wiessees nicht mehr aufzuhalten. Am 30. Juni 1922 erhielt der Ort das Recht sich „Bad“ zu nennen. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurden hier jährlich bis zu 156.000 Anwendungen verabreicht.


Nach dem Krieg wurde das Jod- und Schwefelbad wieder eröffnet und von der niederländischen Betreibergesellschaft erfolgreich weitergeführt. Es wird inzwischen von der Gemeinde selber betrieben.


Neben dem florierenden Kurbetrieb siedelte sich bereits in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Spielcasino an. Nach Problemen mit verschiedenen privaten Betreibern übernahm 1961 der Freistaat Bayern den Betrieb. Im Sommer 1967 gab man den Startschuss zu einem Neubau am Seeufer, der im März 1969 fertig gestellt wurde. Allerdings wurde auch dieses Gebäude schnell zu klein. Im Mai 2001 konnte mit dem Gelände des ehemaligen Sanatorium Winnerhof ein idealer Standort für eine neue Spielbank gefunden werden. Nach einer 22monatigen Bauzeit öffnete Bayerns schönste und modernste Spielbank am 5. Juni 2005 ihre Pforten. Auf einer Gesamtnutzfläche von über 6.000 qm treffen die Besucher der neuen Spielbank jetzt auf alle Möglichkeiten der gehobenen Unterhaltung.


Der Bergfriedhof in Bad Wiessee ist wohl einer der schönsten Orte, um der ewigen Ruhe entgegenzublicken. Malerisch kuscheln sich die Gräber an den Bergrücken und blicken von dort über den Tegernsee.Viele berühmte Persönlichkeiten fanden hier ihre letzte Ruhe wie z.B. Prof. Hans Carst, Dr. Erwin von Dessauer, André Driessen, Walther Furtwängler, Toni Kinshofer, Ludwig Marcuse, Rupert von Miller und auch Franz Grothe, einer der populärsten deutschen Komponisten und Dirigenten des 20. Jh. Bekannt ist sein berühmtes Trompetensolo „Mitternachtsblues“ und natürlich die beschwingten Melodien aus dem Musicalfilm „Das Wirtshaus im Spessart“.

 

Geschichte von Bad Wiessee - wie es wurde, was es ist

746
Gebrüder Adalbert und Otkar gründen zusammen mit Benediktinermönchen ein Kloster am Tegernsee

1017
Erstmalig Nennung des Ortes, Name: "Wesses"

1441
Erster Ölfund im Bereich des heutigen Rohbogner Hofes

1883
Bahnlinie von München nach Gmund eröffnet

1904
Erste große Probebohrungen durch Dordtsche Petroleum Maatschappy (mit Adrian Stoop)

1907
Gründung "Erste bayerische Petroleum Gesellschaft mbH" nach ersten Erdölfunden (1904) in 500 Meter Tiefe - 10 Bohrungen am und im See

1909
Entdeckung der Wiesseer Heilquelle - intermittierender Sprudel mit 1600 Minutenlitern Jodschwefelwasser aus 676 Meter Tiefe mit 19°C

1910
Wiesseer Arzt Dr. Dessauer begutachtet Heilquelle und schafft erste Badegelegenheiten

1912
Einstellung der Erdölsuche, Bau eines Badehauses. Balneologisches Gutachten erweist hervorragende Eigenschaften des statt Erdöl erschlossenen Heilwassers: Deutschlands stärkste Jodschwefelquelle!

1922
Erweiterung des Badehauses auf 60 Bade- und 30 Ruheräume sowie neues Inhalatorium.
30. Juni: Der Ort erhält das Recht, sich BAD WIESSEE zu nennen!

1935
Höchste Badefrequenz vor dem Krieg: 156.000 Anwendungen!

1948
Wiedereröffnung des Jodschwefelbad nach dem Zweiten Weltkrieg

1969
Eröffnung der neuen Spielbank unmittelbar am See


1986
Gemeinde übernimmt Gasthof "Zur Post" in eigener Regie

1987
Tennis Park mit 3-fach Open-Air-Halle geht in Betrieb

1988
Erfolgreichstes "Nachkriegsjahr" im Jodschwefelbad. Ausbau der gemeindlichen Infrastruktur durch Sport- und Freizeiteinrichtungen

1989
Der große Bade-Park mit "Wasser-, Dampf- und Saunaspaß" löst das Kurhallenbad ab. Gasthof "Zur Post" wird ausgebaut

1993
Die neue Werbelinie "Zum Abheben schön" stellt den Erholungs- und Familienurlaub in den Vordergrund

1994
Der neue Heißluftballon "Bad Wiessee" wird eingeweiht

1995
Premiere der Bad WiesseeCARD. Für eine einmalige Gebühr viele Attraktionen rund um Bad Wiessee zum Nulltarif (Sommer- wie WinterCARD)

1996
Original Jodschwefelwasser erstmalig außerhalb des Kurmittelhauses (Hotel Terrassenhof Terra sana Programm)

1997
Die holländischen Eigentümer des Jodschwefelbads schließen das traditionsreiche Bad

1998
Wiedereröffnung des Jodschwefelbads durch einen privaten Betreiber mit Unterstützung der Gemeinde und einer Solidargemeinschaft aus Vermietern und Gewerbetreibenden

2001
Gemeinde Bad Wiessee übernimmt den Badebetrieb im Jodschwefelbad. Solidargemeinschaft unterstützt den Badebetrieb auch weiterhin

2005
Eröffnung der neuen Spielbank am nördlichen Ortseingang

 

2006

Eröffnung des größten begehbaren Süßwasser-Aquariums, Aquadome

 

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